89. Kunsthistorischen Studierendenkongress in Düsseldorf (19. - 22. November 2015)

Von Manuel Hase

 

„Alles im Fluss“ - Inspiriert von der Formel „panta rhei“ („alles fließt“), des antiken Philosophen Heraklit, fand vom 19. bis zum 22. November 2015 der 89. Kunsthistorische Studierendenkongress (Abkürzung: KSK) zum ersten Mal in Düsseldorf und zugleich im Jubiläumsjahr „50 Jahre HHU“ statt.    


Denn angeregt durch die Symbolik des Wassers, mittels der Heraklit philosophisch die ständige Veränderung der Dinge zu beschreiben versuchte, ergaben sich aus dem Thema auch Verbindungen zu der geopolitischen Lage der Gastgeberstadt Düsseldorf. So erhielt die Landeshauptstadt ihren Namen als Ansiedlung an der Mündung des kleinen Flüsschen Düssel; heute ist das Stadtbild unweigerlich mit dem Rhein verbunden – was verdeutlicht, dass Flüsse als Lebensader schon immer eine wichtige Rolle in Form von Handelswegen und Erholungsorten gespielt haben. Über diesen Ortsbezug hinaus, sprach das Thema „Alles im Fluss“ ein breites Spektrum der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft an. Denn „Fließendes“ war immer eine Inspirationsquelle für KünstlerInnen. Von der Romantik bis in die Gegenwart waren und sind Flusslandschaften ein beliebtes Bildmotiv. Während Wasser zunächst als Allegorie in die Kunst Eingang fand, rückten Künstler seit den 60er Jahren dessen Materialität in den Mittelpunkt. Kunstströmungen wie die Fluxus-Bewegung vertraten eine Auffassung von Kunst, die in einem fließenden Übergang zum Leben aufgehen sollte. „Fließen“ als Wandelbarkeit zu begreifen, ermöglicht es, auch solche Kunstwerke wie mittelalterliche Flügelaltäre unter dem Thema „Alles im Fluss“ zu fassen. Diese dynamischen Prozesse finden sich außerdem in bewegten Bildern oder Bewegungsflüssen in Performance Art, Architektur, Bildhauerei und Malerei.


Vor diesem inhaltlichen Hintergrund bot der 89. KSK Studierenden aller Semesterstufen eine Plattform, um für ihre Forschungen zu werben und sich über ihre Ideen und Projekte in Form von Vorträgen, Workshops, Exkursionen und anderen kreativen Formaten auszutauschen.

Zur Info: „Was ist der KSK?“

Der Kunsthistorische Studierendenkongress (KSK) versteht sich als Vertretung und gemeinsames Sprachrohr aller Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften im deutschsprachigen Raum. Die zweimal jährlich stattfindende Tagung bietet einen offiziellen Rahmen, um Inhalte und Methoden unserer Disziplin sowie hochschulpolitische Fragen zu besprechen und kritisch zu reflektieren.

 

Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung durch den „Kreis der Freunde“ statt.

 

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