15.12.16 08:24

Die „Jugend“ und der tote Held

von Hans Körner / Band 12 der Düsseldorfer Kunsthistorische Schriften

Henri Regnault starb in der letzten Schlacht des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71), möglicherweise sogar an der letzten Kugel dieses Krieges. Für viele starb mit ihm eine der großen Hoffnungen der französischen Malerei.  Dies, seine Jugend und die private Tragödie (kurz vor seinem Tod hatte er sich verlobt) machten ihn zur Identifikationsfigur einer Nation, die ihr Selbstbewusstsein aus der Opferrolle heraus definierte. Das Denkmal für Henri Regnault in der Pariser "Ecole des Beaux-Arts" würdigten die Zeitgenossen als eines der bedeutendsten Denkmäler des Jahrhunderts. Heute ist es nahezu vergessen. Das Buch holt es wieder ans Licht, stellt es in den Kontext der "Kultur der Niederlage" nach dem verlorenen Krieg, diskutiert die ungewöhnliche Rolle der Allegorie im Denkmal, geht auf die Sprache der Materialien ein und plädiert insgesamt dafür, dieses zu Unrecht fast vergessene Werk mit neuen Augen zu sehen.


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