15.01.18 15:15

Der neue Band hrsg. von Prof. Dr. Hans Körner und Dr. Manja Wilkens

„Angewandte Kunst und Bild“

Das Bild hat in den letzten Jahrzehnten eine steile Karriere gemacht. Zwar ist der der von Gottfried Boehm ausgerufene „Iconic Turn“ nicht mehr der jüngste „Turn“, aber er ist aktuell geblieben. Sieht man von der Popularität der Objekte ab, die unter dem Label „Design“ fungieren, dann hat die „Angewandte“ allgemeiner: die „Dekorative Kunst“ von dieser Bewegung zur kulturgeschichtlichen und wissenschaftgeschichtlichen Neubewertung von Visualität kaum profitiert. Schon in Hinblick auf den quantitativen Anteil angewandter / dekorativer Kunst in der Geschichte der Kunst ist das ungerechtfertigt. Der Band diskutiert das Verhältnis von „Angewandter Kunst“ und Bild. Die Begriffe „Bild“ und „Angewandte Kunst“ bleiben dabei nur Ausgangsmarkierungen. Mit Blick auf bestimmte historische Kontexte können sich diese Ausgangsmarkierungen zu Positionen verfestigen. In anderen Kontexten sind Verwischungen der Grenzen und Vermischung der Qualitäten zu beobachten; das Verhältnis von „Angewandter Kunst“ und „Bild“ lässt sich gelegentlich auch nach Maßgabe eines Vexierbildes beschreiben, und vor allem, wenn wir uns der Gegenwart nähern, kommen Phänomene in den Blick, vor denen die Differenz nicht nur unmöglich zu bestimmen, sondern obsolet ist.

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