Exkursion "Karl der Große - Macht. Kunst."

 

Fahrt des Freundeskreises nach Aachen am Dienstag, 9. September 2014

Der 1200. Jahrestag des Todes von Karl dem Großen veranlasste die Stadt Aachen, die besonders eng mit seiner Person und seinem Wirken verbunden ist, mit drei Ausstellungen an den Herrscher zu erinnern. In seiner Regierungszeit erfolgten wichtige Weichenstellungen für die kulturelle und die politische Entwicklung Europas. 
Der Freundeskreis ließ sich diese Ausstellungen nicht entgehen.

„Verlorene Schätze“ in der Domschatzkammer
Ein Aachener Student der Kunstgeschichte führte uns durch die Präsentation. Nach dem Vatikan besitzt Aachen den größten Kirchenschatz, vor allem Textilien, denn von 936 bis 1531 war der Dom zu Aachen Krönungsort der deutschen Könige. Später „wirkte“ hier der „Scherenbock“: Der Kunsthistoriker und Priester Franz Bock (1823-1899) zerschnitt kostbare Textilien und verkaufte die Fragmente. Einige sind für die Ausstellung für kurze Zeit nach Aachen zurückgekehrt. 
Wir sahen neben den kostbaren Stoffen auch den römischen Proserpina-Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert, in dem Karl 814 bestattet worden sein soll.

„Karls Kunst“  im neuen Stadtmuseum Centre Charlemagne
Frau Dr. Carola Weinstock zeigte uns bedeutende Objekte der Kunstgeschichte der Karolingerzeit, vor allem Werke der sogenannten Aachener Hofschule Karls des Großen, Handschriften, Elfenbeinschnitzereien, Goldschmiedearbeiten. Die in Aachen entstandenen Handschriften dienten überwiegend liturgischen Zwecken. Sie belegen die kirchlichen und monastischen Reformationsbestrebungen zur Zeit Karls. 

„Orte der Macht“  im Krönungssaal des Aachener Rathauses
Frau Dr. Weinstock erläuterte uns an Hand ausgewählter Objekte das Leben und das Wirken Karls.  Der König übte seine Herrschaft zunächst im Umherziehen durch sein Reich aus. Ein faltbarer Bronzethron wurde in diesem Reisekönigtum vor Ort jeweils zum aktuellen Ort der Macht. Bischöfe und Äbte, Grafen und hohe Adelige mussten den König mitsamt dem großen Gefolge beherbergen. Daneben gab es Pfalzen und Königshöfe. Landwirtschaft und Handwerk erwirtschafteten die notwendigen Lebensgrundlagen.  Auf den Wegen durch sein Reich und mit der Eroberung des Langobardenreiches erweiterte sich der Horizont des Königs. Er kam nach Ravenna und Rom und hörte Berichte über  die Bauten in Konstantinopel und über die Paläste der Kalifen. Karl setzte das Gesehene und Gehörte in seinen Großprojekten um: Die Pfalzen in Ingelheim, Nimwegen, Paderborn und endlich in Aachen.

Herzlichen Dank an unser Mitglied Frau Ingrid Mensendiek für die ausgezeichnete Planung und Organisation dieser gelungenen Aachen-Exkursion. 

Text: Paul Land, Fotos: Karin Land

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