Interdisziplinäre Tagung "Vor-Bilder"

08. Mai bis 10. Mai 2014 auf Schloss Benrath, Düsseldorf-Benrath

Das von Sandra Abend und Hans Körner  vom 9. bis 10. Mai veranstaltete Symposium thematisierte, was Bilder zu Vorbildern macht und was Nachbilder mit ihren Vorbildern machen. Ein breites Spektrum von Wechselwirkung, Konkurrenzverhältnis, Überformung und Durchdringung, das in den vielschichtigen Beiträgen eindrucksvoll abgebildet wurde. Den Auftakt in dem mit rund 70 Teilnehmern gut gefüllten Vortragsraum im Ostflügel des Schloss Benrath machte Ekkehard Mai mit seinem Vortrag „Cabanel – Manet – Cézanne. Die mehrfache Fruchtbarkeit der Venus“, deren Geburt, so Mai, auch die Geburt der Kunst war.  In „Der Tod des Marat – Vorbild für Nachbilder“ von Sandra Abend ging es um die Rezeption des Revolutionsgemäldes in der zeitgenössischen Kunst. Mit „Unter Willy Brandt - Rainer Fettings Skulptur in der SPD Zentrale Berlin in fotografischen Inszenierungen“ beleuchtete Manja Wilkens das Gesamtkonzept Architektur, Skulptur und Fotografie und demonstrierte damit die Macht der Bilder. Mit der Mär von der Inszenierung des berühmten Fotos „Raising the Flag“ räumte Michael Ebert auf. In „Here‘s one for all time!“ zeichnete er minuziös die Bildentstehung und eine folgenreiche Rezeptionsgeschichte nach. Ulli Seegers hochaktuelles Thema „Stilfragen. Die Vorbilder der Fälscher“ veranschaulichte die subtilen Methoden von Kunstfälschern wie Beltracchi. Hans Körners Vortrag „Nackte Körper vor dunklem Grund. Die Folgen von Sandro Botticellis schaumgeborener Venus“ verdeutlichte die Loslösung des Motives aus dem mythologischen Kontext und die Neukontextualisierung und die damit gewonnenen Möglichkeiten der neuen Instrumentalisierung des weiblichen Aktes. Wolfgang Ullrich stellte in seinem Vortrag “Bild-Meme im Internet. Kommunizieren mit Re-Produktionen” das noch junge Phänomen digitaler Verfremdung populärer Bilder vor. Im Haus der Universität fesselte Horst Bredekamp in seinem Abendvortrag „Prekäre Vorbilder: Fossilien“ fast 100 Zuhörer mit seinen Thesen vom Anbeginn des kulturellen Denkens.
Am zweiten Tag schilderte Klaus Honnef plastisch cineastische Vorbildbezüge unter dem Titel „Einen Augenblick im schaukelnden Gang von John Wayne. - Zwischen offiziellen und heimlichen Vorbildern“. Ömer Alkin widmete sich ebenfalls der Welt des Filmes und erforschte Stereotypen in „Der türkische Emigrationsfilm. Vor-Bilder des deutsch-türkischen Kinos?“ Passend zum aristokratischen Tagungsort lud Gastgeber Stefan Schweizer abschließend zu einer imaginären Reise in die Gärten des Schlosses der Schlösser ein: „Versailles: Vor-Bild, Normsetzung und Gattungskanon“. 
„Es gibt sie noch, Tagungen über künstlerische Fragen, auf denen inspirierende Vorträge gehalten werden, denen zuzuhören ein Vergnügen ist!“ freute sich Klaus Honnef in einem sozialen Netzwerk nach der Tagung.

Weitere Informationen sind dem Tagungsflyer zu entnehmen.

Organisiert von Prof. Dr. Hans Körner und Dr. Sandra Abend

Fotos: Lilia Schröder

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