Kunst im Anthropozän

Der vom Meteorologen und Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen zusammen mit Eugene F. Stroemer veröffentlichte Artikel „The ‚Anthropocene‘“ stellte im Jahr 2000 die These auf, dass die derzeitige geowissenschaftliche Epocheneinteilung fraglich geworden sei. So sollte demzufolge stärker in den Fokus rücken, dass seit um 1800 weitgreifende Veränderungen im Verhältnis von Mensch, Dingen und Umwelt stattgefunden haben.

Die Anthropozän-These wird mittlerweile in unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen anerkannt und diskutiert. Es gibt auch eine Auseinandersetzung im Bereich der kulturellen Praxis. Diese schlägt sich in institutionellen Projekten nieder, die die Themen und Problemstellungen auch in ästhetisch-künstlerischer Hinsicht adressieren. Aktuelle Beispiele dafür sind das „Anthropozän-Projekt“ am Haus der Kulturen der Welt (2013/14) oder „Willkommen im Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde“ (2015), eine Ausstellung des Deutschen Museums.

Seit 2013 setzt der Forschungsschwerpunkt „Kunst im Anthropozän“ am Institut für Kunstgeschichte an aktuelle Debatten an, die geowissenschaftliche, kulturelle, ethische und wissenstheoretische Implikationen des Anthropozän entfalten und miteinander in Beziehung setzen.

Das vom Strategischen Forschungsfonds der HHU seit April 2015 geförderte Projekt „Das Anthropozän sichtbar machen. Bildwelten der Natur zwischen Kunst, Ethik und Wissen“ nimmt es sich insofern zum Anlass, Forschungen zu Weltbildern des Natürlichen unter bio-, sozio- und technosphärischen Bedingungen des Anthropozän in kunsthistorisch, bild- und medienkulturwissenschaftlicher Perspektive anzustoßen. Bedingungen, Materialität und Möglichkeiten des Anthropozän werden hier im Hinblick auf  künstlerische Praktiken, Strategien und Arbeiten reflektiert und analysiert.  Ziel des Projekts ist es, die bisher unbeantwortete Frage, wie Kunst und Visuelle Kulturen in dieses Geflecht aus Natur, Ethik und Wissen eingebunden sind, zu verhandeln.

Kooperationen mit der NTNU Trondheim (Norwegen)  und dem Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen  erweitern das Forschungsvorhaben in interdisziplinäre und internationale Bereiche.

 

 

Beteiligte Mitglieder des Instituts für Kunstgeschichte

Photo of Timo  Skrandies

Professor, Schwerpunkt Kunst im medialen Kontext

Univ.-Prof. Dr. Timo Skrandies

Photo of Romina  Dümler

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Schwerpunkt Kunst im medialen Kontext

Romina Dümler M.A.

 

 

Bisherige Aktivitäten:

Prof. Dr. Timo Skrandies

  • Skrandies, Timo (2016): "Mal wieder Neues von Blumen? / Again News About Flowers?", in: Lasst Blumen sprechen! Blumen und künstliche Natur seit 1960, Ausstellungskatalog Stiftung Museum Schloss Moyland, S. 22-31 (dt. und engl. Fassung).
  • Kelter, Katharina/ Skrandies, Timo (Hgg.)(2016): Bewegungsmaterial.
    Produktion und Materialität in Tanz und Performance, Bielefeld: transcript.
  • Skrandies; Timo (2015): "Resilienz der Natur - Kunst der Resilienz.  Lori Nix im Anthropozän/ Resilience of Nature - Art of Resilience. Lori Nix in the Anthropocene", in: Stiftung Museum Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten und Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Wetsfalen (Hg.): Lori Nix. The Power of Nature, Ausst.-Kat., Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau [10.05.-09.08.2015],  Köln: Wienand, S. 102–106.
  • Skrandies, Timo (2015): "Landschaften des Anthropozän. Bilder von Daechon Lee", in: Galerie Philine Cremer. International Contemporary Art (Hg.): Beyond the Landscape. Daecheon Lee. Ausst.-Kat., Galerie Philine Cremer. International Contemporary Art, Düsseldorf [06. März 2015], S. 8–9.
  • Skrandies, Timo (2015): "Growth or Metabolisms? Relational Scenarios of Society and Nature in Art", Vortrag im Rahmen der Konferenz "NESS – Contested Natures – new strategies, ideas and dialogues?", Trondheim, Norway, 09.06.2015.
  • Skrandies, Timo (2014): Die Natur der Kultur: Anthropozän, Medialität und Materialität, Studienbrief FernUniversität Hagen.

Lehrveranstaltungen:

  • SoSe 2017 Ringvorlesung: Kunst und Anthropozän
  • WiSe 2016/17 Basisseminar: EcoArt
  • WiSe 2015/16: MA-Seminar - Leben und Lebendigkeit
  • WiSe 2014/15: Vorlesung - Kunst und Natur
  • SoSe 2014: MA-Seminar - Ästhetische Metabolismen
  • WiSe 2013/14: MA-Seminar: Anthropozän II
  • SoSe 2013: MA-Seminar: Kunst im Anthropozän

 

Romina Dümler M.A.

  • Dissertationsprojekt: "Natur-Kultur-Relationen im Werk von Hans Haacke - Klaus Rinke - Bill Bollinger"
  • Dümler, Romina (2015): "Blick nach unten (!)", in: Bozzetto. 
    Zeitschrift für Kunst und Kultur (09), S. 43–44.
  • "2 Würfel. Kunst und Natur bei Hans Haacke und Amy Balkin", Masterarbeit 2014 (unveröffentlicht)

 Lehrveranstaltungen

  • WiSe 2015/16: Basisseminar - Kunst am Boden
  • SoSe 2015: Basisseminar - Hans Haacke
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