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Title:
Ringvorlesung Teil II „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“

Date / Time:
25.01.18   /  17:00 - 18:00

Description:

Die Bonner Republik ist, daran erinnern uns aktuell die Nachrufe auf Helmut Kohl und Heiner Geißler, als eine Zeit des Wiederaufbaus und beginnender Prosperität in das regionale und das politisch-nationale Gedächtnis eingegangen. Doch hält diese Gesamtperspektive auf den abgeschlossenen Zeitraum einer kritischen Betrachtung stand? Welche Erkenntnisse lassen sich für die Zukunft aus den Positionen gewinnen, die in der Bonner Republik für Furore gesorgt haben und heute Teil unserer Gegenwart sind?
Seit einem Jahr arbeitet ein Forschergruppe der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Thema und bindet jeweils im Wintersemester die Forschungsperspektiven in eine Ringvorlesung ein, die, an verschiedenen Orten in der Stadt Düsseldorf, den Dialog mit der Öffentlichkeit sucht. Im Wintersemester 2017/18 widmet sich unsere Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Forschung - Diskurs - Öffentlichkeit“ den 1960er und 1970er Jahren. Forscher aus der Germanistik sowie den Geschichts-, Kultur- und Sozialwissenschaften referieren zu ausgesuchten Themen.
Kooperationspartner sind neben der Stadt Düsseldorf die Veranstaltungsorte: Forum Freies Theater, Goethe Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Stadtbüchereien Düsseldorf.

Prof. Dr. Ulrich Rosar: Politisch-kultureller Wandel 1965 bis 1984: Eine stille Revolution? (Roy-Lichtenstein-Saal, 22.01 Hörsaal 2A HHU)

Als Bundeskanzler Brandt in seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 den legendären Satz sagte „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“ traf er einen gesellschaftlichen Nerv. Ausgehend vom gewachsenen Wohlstand der Adenauer- und Erhard-Ära sowie der zunehmenden, insbesondere durch Studierende formulierten Kritik an den bestehenden politischen Verhältnissen, griff er damit einen tiefgreifenden Wunsch nach politisch-kultureller Veränderung in der arrivierten Bonner Republik auf.
Aber war dieses Streben nach einer partizipatorischen Politikkultur das Projekt einer kleinen, intellektuell geprägten Avantgarde? Oder trug Brandt hier einem stillen, aber tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel Rechnung, den er als einer der ersten erkannte und verstand? Ausgehend von sozialwissenschaftlichen Erklärungsmodellen des politisch-kulturellen Wandels und basierend auf Umfragedaten der 1960er bis 1980er Jahre möchte der Vortrag hierauf eine Antwort geben.

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